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Versteckte Kosten im China-Marketing: zwölf Posten, die kein Angebot nennt
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Strategie

Versteckte Kosten im China-Marketing: zwölf Posten, die kein Angebot nennt

Die meisten versteckten Kosten im China-Marketing sind kleine, öffentlich ausgewiesene Gebühren, die nicht an Ihre Agentur fließen. Drei Posten fallen jedoch ins Gewicht: gebundenes Werbeguthaben, rechtliche Risiken und die Provision auf jeden Verkauf.

TheRedScroll|17 Min. Lesedauer|11. Oktober 2026

Ein Angebot für den chinesischen Markt beziffert die Arbeit der Agentur. Behördengänge, Plattformgebühren und Geld, das auf einem Werbekonto festliegt, tauchen darin selten auf. In dieser Lücke entstehen die unliebsamen Überraschungen.

Die folgende Übersicht nennt zwölf Posten, die in einem Angebot fehlen können, jeweils mit dem veröffentlichten Betrag. Alle Zahlen sind weiter unten belegt; jede Quelle wurde am 6. Oktober 2026 zweimal geprüft. Wo es keine veröffentlichte Zahl gibt, weist die Tabelle das aus.

Posten Empfänger Veröffentlichter Betrag Fällig
1. Verifizierung WeChat, Xiaohongshu, Douyin, Weibo 99 US-Dollar bis 600 Yuan pro Antrag Vor dem Start
2. Jährliche Verlängerung Dieselben Plattformen 600 Yuan jährlich bei Xiaohongshu; 120 Yuan bei Douyin Jedes Jahr
3. Werbeguthaben Tencent Ads, Ocean Engine Bonusguthaben wird nie erstattet; Bargeld erst nach Abschalten der Anzeigen Bei Pause oder Ausstieg
4. Transkreation Ihr Texter oder Ihre Agentur Kein veröffentlichter Satz Bei jedem Beitrag, jedem Paket
5. Marke CNIPA, dazu ein vorgeschriebener Vertreter 270 Yuan pro Klasse online, zuzüglich Vertreterhonorar Monate vor der Verifizierung
6. ICP-Registrierung MIIT, über Ihren Hoster Gebührenfrei; ohne Registrierung 10.000 Yuan Bußgeld Vor einer Website in China
7. Rechtsprüfung Ein Anwalt oder Ihre Agentur Kein veröffentlichter Satz; Bußgelder von 200.000 bis 1 Million Yuan Vor jeder Veröffentlichung
8. Muster und Seeding Sie selbst, dazu die Creator Rund 20 bis 60 US-Dollar pro Beitrag bei kleinen Creatorn Bei jeder Seeding-Welle
9. Telefon und Identität Eine namentlich benannte Person in Ihrem Haus Gebührenfrei; ein Ausweis deckt höchstens fünf WeChat-Konten Bei Einrichtung und Personalwechsel
10. Verkaufsprovision WeChat Store, Xiaohongshu, Douyin 1 bis 5 Prozent pro Verkauf, zuzüglich Zahlungsgebühren Bei jedem Verkauf
11. Eilzuschläge Agentur, Creator, Produzenten Kein veröffentlichter Marktpreis Wenn Fristen schrumpfen
12. Leistungen außerhalb des Auftrags Ihre Agentur Kein veröffentlichter Marktpreis Ab dem zweiten Monat

Warum versteckte Kosten im China-Marketing im Angebot fehlen

Die meisten dieser Posten stellt gar nicht die Agentur in Rechnung. Das Geld geht an Tencent, an Xiaohongshu (小红书), an eine Behörde oder an einen Creator. Und eine Gebühr, die ein Dritter festsetzt, fällt in einem Angebot am ehesten unter den Tisch.

Andere hängen von Entscheidungen ab, die noch ausstehen. Soll direkt in der App verkauft werden? Braucht es eine Website in China? Gehen Produkte an Creator? Solange das offen ist, lassen sich diese Posten nicht beziffern.

Hinzu kommt: Ein niedriger Einstiegspreis verkauft sich besser. Festpreise sind in diesem Markt nach wie vor die Ausnahme.

0 von 37 untersuchten Agenturen bieten Pakete zum Festpreis an. Quelle: TheRedScroll-Wettbewerbsanalyse, April 2026.

Das chinesische Werbegesetz (广告法) liefert hier einen Hebel. Artikel 30 verlangt einen schriftlichen Vertrag zwischen dem Werbetreibenden und der Agentur, die seine Anzeigen schaltet. Nutzen Sie ihn, um jede Zeile der Tabelle festzuhalten, samt der Frage, wer sie bezahlt.

Noch nicht gestartet? Dann dient dieser Beitrag als Checkliste. Lassen Sie sich jeden Posten vor der Unterschrift schriftlich bestätigen.

Schon aktiv, und die Rechnungen steigen? Dann lesen Sie ihn als Prüfbericht. Ihrer Agentur ist womöglich nichts vorzuwerfen; mehrere dieser Kosten fallen schlicht später an.

1 und 2. Verifizierung, jedes Jahr aufs Neue

Alle großen Plattformen lassen sich die Verifizierung eines Unternehmenskontos bezahlen. WeChat, Xiaohongshu und Weibo behalten die Gebühr auch dann, wenn die Prüfung scheitert.

Plattform Gebühr pro Antrag Gültigkeit Verlängerung
WeChat, ausländisches Unternehmen 99 US-Dollar Ein Jahr Jährliche Prüfung
WeChat, Unternehmen vom chinesischen Festland 300 Yuan Ein Jahr Jährliche Prüfung
Xiaohongshu 600 Yuan Ein Jahr Jährliche Prüfung, 600 Yuan
Douyin 600 Yuan Ein Jahr 120 Yuan jährlich
Weibo 600 Yuan Einmalig Auf der Gebührenseite nicht angegeben

WeChat (微信) verlangt zwei unterschiedliche Preise, je nach Sitz des Unternehmens.

Ein ausländisches Unternehmen zahlt 99 US-Dollar pro Verifizierungsantrag, unabhängig vom Ausgang der Prüfung. Quelle: Tencent-Kundenservice (腾讯客服), FAQ zur Verifizierung ausländischer Unternehmen, bestätigt im Oktober 2026. https://kf.qq.com/faq/190723aQvMR31907233IF7FV.html

Eine WeChat-Verifizierung kostet 300 Yuan pro Antrag und gilt ein Jahr. Scheitert die Prüfung, wird die Gebühr nicht erstattet. Quelle: Tencent-Kundenservice (腾讯客服), Plattformdokumentation, bestätigt im Oktober 2026. https://kf.qq.com/faq/161219JvMNvi161219raieiY.html

Wer die jährliche Prüfung versäumt, verliert mehr als ein Abzeichen. Nach Angaben der Tencent-Hilfeseite büßt ein Service-Account, dessen Prüfung abläuft oder scheitert, auch die Zahlungsfunktion und weitere erweiterte Funktionen ein.

Xiaohongshu (小红书) verlangt Jahr für Jahr denselben Betrag.

Xiaohongshu berechnet für die Verifizierung eines Unternehmenskontos 600 Yuan im Jahr; wer sie behalten will, muss jährlich eine Prüfung durchlaufen. Quelle: New Rank (新榜), Oktober 2025, abgeglichen mit dem Verifizierungsleitfaden der Plattform. https://a.newrank.cn/trade/news/4199

Bei Douyin (抖音) wird das zweite Jahr günstiger.

Die Unternehmensverifizierung bei Douyin kostet im ersten Jahr 600 Yuan, die Verlängerung danach 120 Yuan jährlich. Quelle: Ocean Engine (巨量引擎), FAQ zu Douyin-Unternehmenskonten, Mai 2022. https://www.oceanengine.com/faq/douyin-qyh-rzxydsq.html

Weibo berechnet für die blaue V-Verifizierung von Unternehmen 600 Yuan pro Antrag, ob sie gelingt oder nicht. Quelle: Sina-Weibo-Kundenservice (新浪微博客服), bestätigt im Oktober 2026. https://kefu.weibo.com/faqdetail?id=20004

Die Beträge sind gering. Eine verpasste Verlängerung kommt teurer. Alle Fristen gehören daher in einen gemeinsamen Kalender, für den eine einzige Person in Ihrem Haus verantwortlich ist.

3. Werbeguthaben, das nur langsam zurückfließt

Keines der Plattformdokumente, die wir geprüft haben, nennt eine Mindesteinzahlung. Tencent wirbt sogar mit kostenloser Kontoeröffnung. Die Kosten verbergen sich am anderen Ende, nämlich dann, wenn das Geld zurückfließen soll.

Werbekonten funktionieren nach dem Prepaid-Prinzip: erst aufladen, dann verbrauchen. Bei Tencent Ads (腾讯广告), dem Vermarkter der WeChat-Werbung, kehrt Bonusguthaben nie zurück.

Tencent legt seine Rabatt- und Bonuspolitik allein fest. Der nicht-monetäre Teil eines Werbekontos, etwa Bonusinventar und Guthaben, ist nicht erstattungsfähig. Quelle: Tencent Ads (腾讯广告), Kooperationsvertrag für Werbetreibende, bestätigt im Oktober 2026. https://e.qq.com/contract.html

Bargeld wird erstattet, allerdings erst, wenn keine Anzeige mehr läuft.

Vor einer Erstattung müssen sämtliche Anzeigen offline sein. Das Geld fließt auf demselben Weg zurück, auf dem es eingezahlt wurde; Aufladungen, die älter als 175 bis 360 Tage sind, lassen sich unter Umständen nicht auf diesem Weg zurückzahlen. Bei bereits fakturierten Beträgen müssen zuvor die Rechnungen zurückgegeben werden. Quelle: Tencent-Kundenservice (腾讯客服), FAQ zu Erstattungen für Werbetreibende, bestätigt im Oktober 2026. https://kf.qq.com/faq/170214jyaU3y170214eEFJRb.html

Ocean Engine (巨量引擎), der Vermarkter der Douyin-Werbung, verfährt ebenso.

Ocean-Engine-Konten sind Prepaid-Konten. Eine Barerstattung setzt ein Konto ohne laufende Anzeigen voraus; Zuschüsse, Gutscheine und Kreditlinien sind nicht erstattungsfähig. Quelle: Ocean Engine (巨量引擎), Dienstleistungsvertrag der Marketingplattform, in Kraft seit Januar 2026. https://sf1-cdn-tos.douyinstatic.com/obj/ies-hotsoon-draft/account_center/ee525166-d060-401d-9d2f-83359617acf0.html

Die Erstattungsseite von Ocean Engine birgt einen Haken: Wer sein Guthaben zurückfordert, schließt damit das Werbekonto, und ein verbliebener Zuschuss verfällt.

Bei Xiaohongshu (小红书) teilt sich das Werbeguthaben von Juguang (聚光) laut Produkthandbuch der Plattform die Kasse mit den Promotion-Werkzeugen des Kontos. Wer einen Beitrag bezahlt nach vorn schiebt, zahlt aus demselben Topf.

Als Faustregel gilt: Laden Sie für den kommenden Monat auf, nicht für das kommende Quartal. Und klären Sie, wem das Konto gehört und wem das Bonusguthaben zusteht.

4. Transkreation ist etwas anderes als Übersetzung

Eine Übersetzung überträgt Ihren englischen Text ins Chinesische. Transkreation schreibt die Idee neu, damit sie bei einer Leserin in Chengdu verfängt, die sich nicht dafür interessiert, wie der Satz in Hamburg klang. Ihre Kampagne braucht die Transkreation. Ihre Unterlagen brauchen die Übersetzung, und für sie gelten eigene Regeln.

Den Rahmen setzt das Gesetz: Chinesisch ist die Grundsprache der Werbung und aller Angaben auf einem in China verkauften Produkt.

Werbung sowie Bezeichnung, Verpackung und Gebrauchsanweisung von in China verkauften Waren müssen Standardchinesisch als Grundsprache verwenden. Quelle: Gesetz über die allgemeine Landessprache und -schrift (国家通用语言文字法), Artikel 15, überarbeitet im Dezember 2025, in Kraft seit Januar 2026. https://finance.sina.com.cn/roll/2025-12-27/doc-inhefuwc6921440.shtml

Zudem verlangen die Plattformen beglaubigte Übersetzungen Ihrer Unterlagen, und zwar mit unterschiedlichen Stempeln. Der Leitfaden zur Kontoverifizierung von Xiaohongshu (小红书) schreibt vor, dass jedes Dokument, das weder auf Chinesisch noch auf Englisch vorliegt, von einem Übersetzungsbüro übersetzt und gestempelt wird. Der Leitfaden der Werbeplattform verlangt dagegen, nicht-chinesische Registrierungsunterlagen zu übersetzen und mit dem eigenen Firmensiegel zu versehen.

Für keine der beiden Leistungen nennt eine öffentliche Quelle einen Preis. Stellen Sie Ihrer Agentur deshalb zwei Fragen: Werden die Texte auf Chinesisch verfasst oder aus dem Englischen übersetzt? Und wer trägt die Kosten der beglaubigten Übersetzungen?

5. Erst die Marke, dann der Markenname auf dem Konto

Sobald ein Konto einen Markennamen trägt, verlangt die Plattform einen Nachweis. Ein ausländisches Unternehmen, das sein WeChat-Konto (微信) nach einer Marke benennt, muss die Eintragungsurkunde oder eine Ermächtigung vorlegen. Für Werbung auf Xiaohongshu (小红书) liegt die Hürde noch höher.

Auf Xiaohongshu erfordert ein Werbekontoname, der einer eingetragenen Marke entspricht, die Eintragungsurkunde. Bei einer erst angemeldeten Marke ist die Eingangsbestätigung nötig, und die Anmeldung muss mindestens drei Monate zurückliegen. Quelle: Xiaohongshu (小红书), Leitfaden zu Registrierung und Kontoeröffnung bei Juguang, Mai 2022. https://fe-video-qc.xhscdn.com/fe-platform/cc8a5f81ddb6d91d6be9dfb34e62b49b999f234b/%E8%81%9A%E5%85%89%E5%B9%B3%E5%8F%B0%E6%B3%A8%E5%86%8C%E4%B8%8E%E5%BC%80%E6%88%B7%E6%B5%81%E7%A8%8B.pdf

Die Amtsgebühr hält sich in Grenzen.

Eine Markenanmeldung kostet online 270 Yuan pro Klasse, auf Papier 300 Yuan, und umfasst 10 Waren oder Dienstleistungen. Jede weitere Position kostet online 27 Yuan, die Verlängerung online 450 Yuan. Quelle: Markenamt der Nationalen Behörde für geistiges Eigentum (国家知识产权局商标局), Gebührenordnung in Kraft seit Juli 2019. https://sbj.cnipa.gov.cn/sbj/sbsq/sfbz/

Allein anmelden darf ein ausländisches Unternehmen jedoch nicht; es muss zusätzlich einen Vertreter bezahlen.

Ausländische Unternehmen müssen Marken in China über eine rechtmäßig gegründete Markenagentur anmelden. Eine eingetragene Marke gilt zehn Jahre. Quelle: Markengesetz der Volksrepublik China (商标法), Artikel 18 und 39, in der Fassung vom April 2019. https://policy.mofcom.gov.cn/claw/clawContent.shtml?id=66979

Die Honorare solcher Vertreter veröffentlicht keine neutrale Quelle. Schwerer wiegt ohnehin der Zeitaufwand.

Die durchschnittliche Prüfungsdauer für Marken lag 2025 unverändert bei vier Monaten. Quelle: Nationale Behörde für geistiges Eigentum (国家知识产权局), Jahresarbeitsbericht, Januar 2026. https://www.cnipa.gov.cn/art/2026/1/7/art_53_203564.html

Nach der Prüfung wird die Marke drei Monate lang veröffentlicht, damit Dritte Widerspruch einlegen können (Artikel 33 desselben Gesetzes). Bis zur Eintragung vergehen also mehr als sieben Monate, sofern niemand widerspricht. Melden Sie den chinesischen und den lateinischen Namen frühzeitig an. Chinas Behörde für geistiges Eigentum hat ein überarbeitetes Markengesetz veröffentlicht, das am 1. Januar 2027 in Kraft tritt und die Schutzdauer von zehn Jahren beibehält.

6. ICP-Registrierung für eine Website in China

Social-Media-Konten kommen ohne Website aus, Anzeigen, Landingpages und Verifizierungsformulare dagegen oft nicht. Weibo (微博) wie Xiaohongshu (小红书) verlangen einen Registrierungsnachweis, sobald eine Website zum Antrag gehört.

Wer eine Website auf dem chinesischen Festland hostet, braucht eine ICP-Registrierung (备案) beim Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (工业和信息化部). Laut Serviceleitfaden des Ministeriums ist sie gebührenfrei.

Eine nicht-kommerzielle Website auf dem chinesischen Festland ist vor dem Start zu registrieren. Liegen die Unterlagen vollständig vor, hat die Provinzbehörde 20 Arbeitstage Zeit, eine Nummer zu vergeben. Der Betrieb ohne Nummer wird mit 10.000 Yuan Bußgeld geahndet. Quelle: Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (工业和信息化部), Verordnung Nr. 33, geändert durch Verordnung Nr. 68, Februar 2024. https://www.miit.gov.cn/gyhxxhb/jgsj/cyzcyfgs/bmgz/xxtxl/art/2024/art_84a0cfa0ebd049bbbe751dca9a008e56.html

Die Registrierung läuft über Ihren Hoster, und dort liegen die eigentlichen Kosten: Hosting auf dem Festland und mehrere Wochen Wartezeit, bevor die Seite online gehen darf. Die Website sollte deshalb vor der Werbekampagne geplant werden.

7. Rechtsprüfung der Werbeaussagen

Bislang ging es um kleine Beträge. Hier nicht.

Eine Aussage, die in Europa verkauft, kann in China rechtswidrig sein. „Der Beste“ und verwandte Formulierungen sind die klassische Falle.

Chinas Werbegesetz verbietet Begriffe wie „nationale Ebene“, „höchste Ebene“ und „der Beste“. Dem Werbetreibenden drohen Bußgelder von 200.000 bis 1 Million Yuan, in schweren Fällen der Entzug der Lizenz. Quelle: Werbegesetz der Volksrepublik China (中华人民共和国广告法), Artikel 9 und 57, in der Fassung vom Oktober 2018. https://www.gov.cn/guoqing/2021-10/29/content_5647620.htm

Nach dem Umsatz richtet sich das Bußgeld nicht.

In einem Fall aus dem Jahr 2022 musste ein kleiner Lebensmittelbetrieb 200.000 Yuan Bußgeld zahlen, wegen Gesundheitsversprechen zu einem Produkt, das bis zum Verfahren 780 Yuan Umsatz gebracht hatte. Quelle: Caijing (财经), März 2023. https://www.mycaijing.com/article/detail/488674

Auch Beiträge von Creatorn fallen darunter. Seit Mai 2023 schreiben die Maßnahmen der Marktaufsicht zur Internetwerbung vor, dass Test- und Erfahrungsberichte mit Kauflink klar als Werbung zu kennzeichnen sind.

Einen Marktpreis für die juristische Prüfung von Social-Media-Texten veröffentlicht niemand. Klären Sie, wer sie übernimmt, ob vor jedem Beitrag oder einmal im Monat, und wer haftet, wenn eine Aussage durchrutscht.

8. Produktmuster und Versand für das Creator-Seeding

Beim Seeding gehen Produkte an eine Vielzahl kleiner Creator, sogenannte KOCs (Key Opinion Consumers). Auf Xiaohongshu (小红书) beginnt damit das Zhongcao (种草), das gezielte Säen von Kauflust. Das Honorar pro Beitrag ist gering. Produkt und Versand sind es nicht.

Ein Nano-KOC mit 1.000 bis 5.000 Followern auf Xiaohongshu erhält etwa 20 bis 60 US-Dollar pro Beitrag, häufig in Form von Anreizen oder Produktgeschenken. Quelle: Long Advisory, Juni 2026. https://longadvisory.eu/en/kol-vs-koc-marketing-in-china-which-delivers-better-roi/

Für bezahlte Kooperationen über Pugongying (蒲公英), den Creator-Marktplatz der Plattform, kommt eine Servicegebühr hinzu.

Pugongying berechnet im Standardmodus 10 Prozent des Auftragswerts, im Premiummodus mit zusätzlicher Plattformwerbung 20 Prozent. Quelle: Niaoge Biji (鸟哥笔记), Oktober 2022. https://www.niaogebiji.com/article-482538-1.html

Bleibt der Zoll. Befindet sich Ihre Ware noch nicht in China, passiert jeder Karton eine Grenze. Das chinesische Zolltarifgesetz (关税法), seit Dezember 2024 in Kraft, befreit nur Muster und Werbematerial ohne Handelswert vom Zoll. Ein vollwertiges Produkt, das ein Creator benutzt und bespricht, hat aber sehr wohl einen Wert. Kalkulieren Sie Zoll und Steuern ein, oder bedienen Sie das Seeding aus bereits verzollter Ware.

9. Lokale Telefonnummern und Identitätsprüfung

In China ist jedes Konto an einen realen Menschen gebunden. Seit 2013 muss nach einer Vorschrift des Ministeriums jede Telefonnummer auf eine echte Identität registriert sein. Ausländer weisen sich mit dem Reisepass aus.

WeChat (微信) setzt darauf auf: Ihr Official Account braucht einen namentlich benannten Administrator.

Ausweis- und Telefonnummer eines Administrators lassen sich jeweils mit höchstens fünf Konten verknüpfen. Der Administrator bestätigt seine Identität per Scan mit einem WeChat-Konto, das an seine eigene Bankkarte gebunden ist. Quelle: Tencent-Kundenservice (腾讯客服), FAQ zu Administratorangaben, bestätigt im Oktober 2026. https://kf.qq.com/faq/120911VrYVrA1510137JRRZr.html

Gleiches gilt für alle, die Beiträge veröffentlichen: Nach den Regeln von Tencent muss die WeChat-ID jedes Betreibers mit einer Telefonnummer und einer Bankkarte verknüpft sein.

Gebühren fallen dafür keine an. Der Preis besteht darin, dass der Name einer Person auf Ihrem Konto steht. Verlässt sie das Unternehmen, muss der Administrator wechseln. Regeln Sie die Übergabe im Vertrag.

10. Plattformprovisionen im Social Commerce

Wer in der App verkauft, tritt von jedem Umsatz einen Anteil ab. Die Sätze ändern sich, und nicht immer erfahren Sie es zuerst von Ihrer Agentur.

Ein WeChat Store (微信小店) ist kostenlos eröffnet.

Die Eröffnung eines WeChat Store ist kostenlos, ohne Monats- oder Jahresgebühr. In den meisten Kategorien wird auf jeden abgerechneten Verkauf eine technische Servicegebühr von 1 bis 5 Prozent fällig. Quelle: Tencent Marketing (腾讯营销), FAQ zum WeChat Store, August 2026. https://e.qq.com/faq/wechat-store/growth/faq-zcjc-008/

WeChat Pay berechnet Händlern je nach Branche eine Servicegebühr von 0,6 bis 1 Prozent pro Transaktion. Quelle: WeChat Pay (微信支付), Leitfaden für die Händleranbindung, bestätigt im Oktober 2026. https://pay.weixin.qq.com/static/applyment_guide/applyment_detail_store.shtml

Wie schnell sich dieser Posten verschiebt, zeigt Xiaohongshu (小红书).

Die E-Commerce-Provision von Xiaohongshu liegt je nach Kategorie meist zwischen 2 und 5 Prozent: 4 Prozent für Kosmetik, 5 Prozent für Damenmode, Körperpflege und Heimtierbedarf. Ein im August 2025 angekündigtes Programm erließ sie Händlern auf die ersten 1 Million Yuan Umsatz. Quelle: Beijing Business Today (北京商报), August 2025. https://www.bbtnews.com.cn/2025/0826/567573.shtml

Xiaohongshu beendete diesen Erlass am 15. Mai 2026, drei Monate früher als vorgesehen. Quelle: Dianshangpai (电商派), Mai 2026. https://www.pai.com.cn/p/01krfdjkafdas1jcgj6y1senh1

Douyin (抖音) schlug 2026 die entgegengesetzte Richtung ein, wenn auch nur für ein Produkt.

Douyin E-Commerce senkte 2026 die technische Servicegebühr für Bestellungen über sein Werbeprodukt Qianchuan Chengfang auf 0,6 Prozent. Quelle: Sina Finance (新浪财经), Januar 2026. https://finance.sina.com.cn/roll/2026-01-08/doc-inhfqtyp3810727.shtml

11 und 12. Eilaufträge und Zusatzwünsche

Beide Posten fangen unscheinbar an. Der Starttermin rückt eine Woche nach vorn. Die Zentrale wünscht sich in diesem Monat ein zweites Douyin-Video (抖音), und ein Creator muss nachdrehen, weil die Produktfotos zu spät kamen. Jede dieser Leistungen darf berechnet werden. Keine stand im Angebot.

Einen Marktpreis für Eil- oder Zusatzarbeit in China veröffentlicht keine neutrale Quelle. Umso wichtiger ist es, die Spielregeln vor dem ersten Monat festzuschreiben.

Lassen Sie sich drei Dinge schriftlich zusichern: eine Bearbeitungszeit für jede Art von Leistung; einen Preis, mindestens aber eine Regel, für alles, was über das vereinbarte Volumen hinausgeht; und einen Änderungsauftrag, den Sie unterschreiben, bevor zusätzliche Arbeit beginnt.

Unsere Regeln stehen auf unserer Preisseite.

Produktfotografie, Markenfilme und Creator-Drehs werden nach Umfang angeboten, mit einer Standardlaufzeit von 2 bis 3 Wochen ab Freigabe des Briefings. Zusätzliche Plattformen kommen zu Preisen pro Beitrag hinzu, mit mindestens 4 Beiträgen im Monat. Quelle: Preisseite von TheRedScroll, Oktober 2026. https://www.theredscroll.com/pricing/

Angebot und Wirklichkeit: ein erstes Jahr im Beispiel

Angenommen, eine ausländische Marke eröffnet Konten auf WeChat (微信) und Xiaohongshu (小红书), betreibt eine Website und startet eine Creator-Welle. Das Agenturangebot macht eine Zeile aus. Alles andere kommt hinzu.

Posten Empfänger Veröffentlichter Betrag Vor der Unterschrift klären
Agenturhonorar Ihre Agentur Laut Angebot Welches Volumen ist abgedeckt?
WeChat-Verifizierung Tencent 99 US-Dollar im Jahr Wer überwacht die Verlängerung?
Xiaohongshu-Verifizierung Xiaohongshu 600 Yuan im Jahr Ist die Gebühr im Angebot enthalten?
Marke, zwei Klassen CNIPA, dazu ein Vertreter 540 Yuan online, zuzüglich Vertreterhonorar Ist der chinesische Name angemeldet?
ICP-Registrierung MIIT, über Ihren Hoster Gebührenfrei; Hosting extra Brauchen wir eine Website in China?
Werbebudget Die Plattform Ab 1.000 Yuan täglich auf Moments Wem gehören Konto und Guthaben?
Creator-Honorare Die Creator Rund 20 bis 60 US-Dollar pro Beitrag Sind Muster und Versand enthalten?
Rechtsprüfung Anwalt oder Agentur Kein veröffentlichter Satz Wer gibt jede Aussage frei?
Verkaufsprovision Die Plattform 1 bis 5 Prozent pro Verkauf im WeChat Store Welcher Shop, welche Kategorie?

Die Untergrenze für Moments stammt von Tencents eigener Seite.

Per Gebot gebuchte Moments-Anzeigen beginnen bei einem Tagesbudget von 1.000 Yuan; zugleich wirbt Tencent mit kostenloser Kontoeröffnung. Quelle: Tencent Ads (腾讯广告), Produktseite für WeChat-Werbung, bestätigt im Oktober 2026. https://e.qq.com/topic/marketing/industry/weixin/

Unter dem Strich bleiben die Gebühren für Plattformen und Behörden gering. Werbeguthaben, Creator-Welle und Provision dagegen wachsen mit jedem Monat, in dem das Geschäft läuft.

FAQ

Welche Kosten fehlen meist in einem Marketingangebot für China?

Die Posten, die an Dritte gehen: Kontoverifizierung samt jährlicher Verlängerung, Markenanmeldung, ICP-Registrierung einer Website, beglaubigte Übersetzungen, Rechtsprüfung der Werbeaussagen, Produktmuster und Versand an Creator sowie Provisionen auf Verkäufe. Auch Werbeguthaben gehört dazu, denn Bonusguthaben wird nie erstattet. Lassen Sie sich jeden Posten schriftlich bestätigen, mit dem Namen dessen, der zahlt.

Brauche ich eine eingetragene Marke, bevor ich ein Social-Media-Konto in China verifiziere?

Häufig ja, sofern das Konto Ihren Markennamen trägt. WeChat (微信) verlangt von einem ausländischen Unternehmen in diesem Fall die Eintragungsurkunde oder eine Ermächtigung. Für Werbung akzeptiert Xiaohongshu (小红书) eine angemeldete Marke erst, wenn die Anmeldung drei Monate zurückliegt. Allein die Prüfung dauerte 2025 im Schnitt vier Monate. Melden Sie also frühzeitig an.

Lassen sich Einzahlungen auf Werbekonten zurückfordern?

Zum Teil. Tencent und Ocean Engine erstatten nicht verbrauchtes Bargeld, aber erst, wenn alle Anzeigen abgeschaltet sind; Tencent zahlt zudem nur auf dem Einzahlungsweg zurück. Bonusguthaben, Gutscheine und Zuschüsse werden nie erstattet. Bei Ocean Engine führt eine Erstattung außerdem zur Schließung des Werbekontos. Halten Sie die Guthaben klein und vereinbaren Sie schriftlich, wem das Konto gehört.

TheRedScroll veröffentlicht eine vollständige Preisliste. Jedes Paket weist aus, was enthalten ist und was nicht; das Werbebudget fließt direkt an die Plattform, nicht über uns. Die Beträge stehen auf unserer Preisseite. Sie können einen Posten nicht einordnen? Schreiben Sie uns über unsere Kontaktseite.

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